Trittbrettfahrer des Münchener Amoklaufs: Die Polizei sucht Zeugen

Symbolbild: Geralt | Trittbrettfahrer
Symbolbild: Geralt | Trittbrettfahrer

München. Am Freitag hatte der Amoklauf eines 18-Jährigen Münchners zehn Tote zur Folge gehabt. Gestern gingen bei der Polizei vermehrt Hinweise darauf ein, dass sich in sozialen Netzwerken sogenannte Trittbrettfahrer herumtreiben würden, die die Bürger durch Nachahmungen unnötig verunsichern.

Was sind Trittbrettfahrer?

Als Trittbrettfahrer werden Menschen bezeichnet, die Situationen für sich ausnutzen, für die sie selbst nichts getan haben. In der Kriminalistik spricht man von Trittbrettfahrern, wenn unbeteiligte Menschen in „Bekennerschreiben“ Straftaten „gestehen“, die sie nicht begangen haben oder aufsehenerregende Straftaten nachahmen um Unfrieden zu stiften und Aufmerksamkeit zu erhalten.

Trittbrettfahrerer in der Kriminalgeschichte

Zu den mysteriösesten Trittbrettfahrern gehört zweifelsohne der „Yorkshire Ripper“. Vor fast 40 Jahren war der Serienmörder Peter Sutcliffe in Nordengland aktiv. Mit Tonbandmitschnitten und Briefen führte ein Unbeteiligter die Ermittler auf eine falsche Spur, wodurch sich die Festnahme des Mörders verzögert wurde. Es wird angenommen, dass der Täter ohne die Irreführung etwa 18 Monate früher hätte gefasst werden können. Dies hätte drei Leben gerettet.

Trittbrettfahrer des Münchener Amoklaufs

Gestern gingen bei der Polizei zahlreiche Hinweise auf Facebook-Nachrichten ein, in denen Nutzer aufgefordert wurden, nachmittags in ein Schnellrestaurant in einem Regensburger Einkaufszentrum in der Friedenstraße 23 zu kommen. Am Freitag hatte ein Amokläufer über ein gefälschtes Facebook-Profil Nutzer ebenfalls dazu aufgefordert, sich in einem Restaurant neben einem Einkaufszentrum einzufinden und dabei mit kostenlosem Essen gelockt. Dort schoss er über vierzig Mal in die Menge.

Trittbrettfahrer und die Regensburger Kriminalpolizei

Die Kripo Regensburg arbeitet intensiv daran, die Verfasser dieser Facebook-Status ausfindig zu machen. Die Regensburger Polizei war gestern vorsorglich im besagten Einkaufszentrum und dessen Umfeld vor Ort und weist darauf hin, dass es derzeit keinen Grund gibt, das Einkaufszentrum nicht zu besuchen. Sie stünde des Weiteren in nahem Kontakt mit dessen Geschäftsführung.

Straftaten erfinden ist strafbar

Das Polizeipräsidium Oberpfalz stellt ausdrücklich klar, dass mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln gegen solche Aktionen vorgegangen wird. Es entstünden unnötige Ängste in der Bevölkerung. Mit den unnötigen Einsätzen enstehen wiederum Kosten. Trittbrettfahrer können sich strafbar machen und darüber hinaus in Regress genommen werden.

Die Polizei bittet dringend um Zeugenhinweise

Zeugen werden gebeten, Hinweise auf die Identität der Verfasser unter 0941 / 506 – 2888 bei der Kriminalpolizei Regensburg zu melden.

Quelle: Pressestelle der Polizei Bayern

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