Warnmeldungen unter Juwelieren bringen Trickdieb in Haft

Symbolbild: Warnmeldungen Juweliere
Symbolbild: Warnmeldungen Juweliere

Grafing, Landkreis Ebersberg. Ein 27-jähriger Mann wurde ein halbes Jahr nach zwei begangenen Straftaten in Grafing und Ebersberg durch das Amtsgericht München zu einer Haftstrafe verurteilt. Sogenannte „Warnmeldungen“ zwischen Juwelieren brachten den entscheidenden Hinweis.

Schaden in vierstelliger Höhe: Juweliergeschäft Grafing

Bereits Ende letzten Jahres, am 13.11.2015, betrat der junge Mann mit einem Komplizen ein Juweliergeschäft am Grafinger Marktplatz, in dem die beiden Männer großes Interesse an Goldketten bekundeten. Zwischen 15:12 Uhr und 15:22 Uhr ließen sich die beiden Männer von der Verkäuferin das Sortiment vorführen, wobei bereits während dieser Vorführung durch geschickte Ablenkungsmanöver Schmuck im Wert von mehreren tausend Euro erbeutet werden konnten.

Folgetag: Trickbetrug in Ebersberger Verbrauchermarkt

Die Geschäftsführerin eines Verbrauchermarktes im fünf Kilometer entfernten Ebersberg hatte am Tag, nach dem sich der Trickbetrug in Grafing ereignet hatte, Strafanzeige bei der Polizeiinspektion Ebersberg erstattet. Sie hatte bei der Kassenabrechnung festgestellt, dass 150 Euro fehlten. Die Aufzeichnungen aus der Überwachungskamera ihres Geschäfts dienten den Beamten bei der Fahndung als Beweismaterial; Es handelte sich in beiden Geschäften um die gleichen tatverdächtigen Personen.

Zeugenvernehmungen erbrachten im Verlauf der Ermittlungen Hinweise auf das verwendete Fluchtfahrzeug.

Warnmeldungen führten zu Hinweis über Identität

In Dresden wurde wiederum einen Tag später, am 15.11.2015, ein Haftbefehl wegen Wechselfallenbetruges gegen den nun verurteilten 27-Jährigen erlassen. Der junge Mann wurde damals inhaftiert. Der entscheidende Hinweis kam im Rahmen von sogenannten „Warnmeldungen zwischen Juwelieren“ von einem Bochumer Juwelier; Dieser brachte Aufschluss über die Identität des Täters.

Kritik gegen polizeiliche Maßnahmen

Die Pressestelle der Polizei Bayern teilt mit, dass es zunächst Kritik an polizeilichen Maßnahmen gab. Worin diese Kritik begründet war, veröffentlichte die Pressestelle nicht. Wir haben eine entsprechende Anfrage beim Polizeipräsidium Oberbayern Nord gestellt und um Auskunft über die kritisierten Maßnahmen gebeten. In der Pressemitteilung der bayerischen Polizei wurde zudem die Nationalität des Verurteilten genannt, was gegen Ziffer 12 des Pressekodex verstößt. Wir fragten nach, ob dieser für polizeiliche Pressemeldungen nicht gelte.

Letztendlich haben jedoch umfangreiche Anschlussermittlungen der Polizeiinspektion Ebersberg schließlich dazu geführt, dass dem Verurteilten die beiden begangenen Straftaten in Grafing und Ebersberg nachgewiesen werden konnten.

Quelle: Pressestelle Polizei Bayern

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