Bis nächstes Jahr!

Kralova Recht Mohamed_Hassan Pixabay
Symbolbild

 

KralovaRecht.eu macht Pause bis zum 31.12.2018.

 

Pause

In den kommenden drei Monaten werden keine Aufträge mehr angenommen. Es wird daher ersucht, von entsprechenden Anfragen abzusehen. Sie werden nicht beantwortet werden.

Falls Sie nur diesen Blog kennen freue ich mich ab 2019 wieder auf Sie als LeserIn.

Falls Sie in meine ehrenamtliche Arbeit involviert sind oder waren, lesen Sie gerne weiter.

Warum gerade jetzt der Rücktritt?

Wenn Sie vor allem im letzten Jahr mit mir ehrenamtlich oder journalistisch zusammengearbeitet haben, mögen Sie sich fragen, wieso ich gerade jetzt eine monatelange Pause ankündige. Ich versuche, mich knapp verständlich zu machen, muss dafür jedoch etwas ausholen:

Im Jahr 2003 habe ich eine “Babysitterausbildung” beim deutschen Kinderschutzbund e. V. absolviert; SchülerInnen wurden an einigen Schulungstagen in Erste Hilfe, Säuglings- und Kleinkinderpflege, etc. ausgebildet und dann vom Kinderschutzbund e. V. an Eltern vermittelt, die für Ihre Kinder einen entsprechend geschulten Babysitter wünschten.

Kralova Recht Zertifikat Kinderschutzbund
Zertifikat Kinderschutzbund e. V.

Dies war für mich der Auslöser, mich auch darüber hinaus bis heute regelmäßig ehrenamtlich, vor allem im sozialen Bereich, zu betätigen.

Das Ehrenamt Damals und Heute

Damals war diese Tätigkeit immer zeitlich begrenzt, relativ einfach, das Aufgabenfeld klar formuliert und mit altersangemessener Verantwortung verbunden. Tätigkeiten waren z. B. diese Kinderbetreuung, Einsätze bei kirchlichen Veranstaltungen oder z. B. auf Jugendveranstaltungen. Für offiziell vergebene ehrenamtliche Aufgaben besteht i. d. R. Versicherungsschutz und ein Anspruch auf Spesenersatz.

Heute, 15 Jahre später nach einer umfangreichen Ausbildung, sind diese Tätigkeiten weitaus umfangreicher und teilweise mit sehr viel Verantwortung verbunden. Dazu habe ich in den seltensten Fällen klar umrissene Aufgabenbereiche. Tätigkeiten sind heute z. B. das Dolmetschen einer mehrmonatigen Gesprächstherapie, das Dolmetschen einer akademischen Laufbahnberatung in der Agentur für Arbeit, die Ausführung von wöchentlichen Chorstunden mit musiktherapeutischen und geragogischen Inhalten in einer Seniorenresidenz, das Dolmetschen von Facharztterminen, das Dolmetschen von einem Interview beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, das Dolmetschen einer Beratung bei einem Fachanwalt und vielerlei verhältnismäßig kleine Unterstützungen von Individuen.

Damals wie auch heute war der alleinige Antrieb für ehrenamtliche Arbeit der von mir Umgang mit Menschen und das schöne Gefühl, anderen helfen zu können.

Der Journalismus Damals und Heute

Ich habe noch als Schülerin angefangen, zu schreiben. Ich habe u. a. Praktika in Zeitungsredaktionen gemacht und letztendlich auch damit Geld verdient. Ich habe anfangs z. B. für die Schulhomepage geschrieben. In den letzten Jahren habe ich vor allem Aufträge aus dem rechtlichen Themenbereich, z. B. für die Lokalpresse einen Bericht über ein Gerichtsverfahren am örtlichen Amtsgericht oder einen Textauftrag in Verbindung mit diesem Blog für eine Kanzlei angenommen.

Ich finde es sehr wichtig, dass Informationen für die Allgemeinheit derart aufbereitet werden, dass LeserInnen überhaupt Zugang dazu bekommen, idealerweise aus eigenem Antrieb haben wollen. Ich denke, es ist eine Kunst für sich, als Texterin oder Journalistin einer bestimmten Zielgruppe oder gar einer möglichst breiten Leserschaft Informationen zugänglich und verständlich zu machen.

Jura

Ich habe leider einen sehr ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, hinter dem natürlicherweise alles zurücktritt.

Im Rahmen meiner ehrenamtlichen Arbeit habe ich festgestellt, dass sich durch die Befassung mit dem Gesetz nicht selten Lösungsmöglichkeiten für meine Klienten ergeben haben.

Das führte dazu, dass ich mittlerweile an einer juristischen Fakultät eingeschrieben bin und hauptberuflich für Juristen arbeite.

Der Konflikt

Recht haben und Recht bekommen sind zwei verschiedene Dinge.

Allgemein:

Als Ehrenamtliche werde ich immer wieder überraschend Zeugin von [vorsätzlichem] Fehlverhalten Dritter, insbesondere von Behörden / Beamten bzw in der Öffentlichkeit als “Hilfsorganisation” etablierten Vereinen, die auf ihren guten Ruf angewiesen sind bzw deren Existenzberechtigung darauf basiert. Das passiert öfter als man denken mag. Den Aufwand, den vor allem Behörden und Beamte betreiben, sich der Übernahme der Verantwortung und damit etwaiger Schadenersatz- und Amtshaftungspflichten zu entziehen, ist immens. Wenn die oftmals einzigen Zeugen “lediglich” eine sowieso hilfsbedürftige Person und die “sehr stille”, wie mir in meinem Abschlusszeugnis bescheinigt wird, ehrenamtliche Helferin sind, ist die Hemmschwelle für solche Aktionen oftmals sehr niedrig.

Als Journalistin bin ich befugt, vielleicht sogar angehalten, insbesondere über rechtliche [Staats]organe identifizierend zu berichten.

Als angehende Juristin sehe ich mit jeder Stunde, die ich studiere, mehr.

Als Mensch bin ich verpflichtet, Fehlverhalten, insbesondere wenn es vorsätzlich bzw strafrechtlich relevant ist, entsprechend zu melden, alleine schon, um weitere potentielle Opfer zu schützen.

Die Praxis

Mittlerweile ist es so, dass ich im Rahmen dieser journalistischen und ehrenamtlichen Arbeit täglich wegen neuen Sachverhalten kontaktiert werde.

Ich kann diesen derzeitigen Andrang weder koordinieren, geschweige denn bedienen. Meine Ressourcen lassen es nicht zu, mich gebührend mit den Sachverhalten zu beschäftigen. Es ist sehr schwierig, ein Team, dass ebenfalls “nur” aus Ehrenamtlichen besteht und deren Spesen ich teilweise nicht einmal bezahlen kann, zusammenzuhalten.

Die angestoßenen Themen werden immer umfangreicher und bizarrer; in unserem Postfach sind in der Vergangenheit interner Behördenschriftverkehr, als Kontoauszüge deklarierte Dokumente, amtsärztliche Akteninhalte, Kundenkarteien von Escortagenturen, sensible Urkunden bzw Verweise darauf, wo diese abgerufen werden können, gewesen. Es scheint sogar einen deutschen Ministerialbeauftragten zu geben, der eine amtsärztliche Bilderbuchakte hat, sich aber im Ausland an seiner Privatversicherung vorbei auf eigene Kosten u. a. wegen pädophilen Neigungen behandeln lässt. Um solche brisanten Sachverhalte überhaupt aufzuarbeiten – unterstellt sie wären wahr – braucht es Ressourcen, die ich niemals aufbringen kann.

Dieser nebenberufliche Blog ist die falsche Anlaufstelle für Ihre geschätzten Ansuchen und Ihr entgegengebrachtes Vertrauen. Bitte wenden Sie sich mit den oben angeführten und ähnlichen [umfangreichen] Sachverhalten z. B. an große Blätter und deren Investigativressorte.

Ich hoffe, ich konnte einigermaßen erklären, aus welchem Antrieb heraus ich ehrenamtlich und journalistisch arbeite und aus welchen Gründen, ich mich zurückziehen muss; ich habe nicht die Kapazitäten, die mir zur Zeit angebotenen Aufträge mit den ihren gebührenden Ressourcen zu bearbeiten.

Danke.

2 Kommentare

    1. Ich weiß, ich habe das Ganze an einem Beispiel darstellen wollen, die Details dann aber aus dem fertigen Text gelöscht. Das ist nun das Ergebnis. Ich lasse es stehen, weil es wenigstens für mich selbst das Problem sehr deutlich darstellt: Es ist ein unglaublich umfangreiches Unterfangen, das alleine um es zu erklären unglaublich viele Kapazitäten in Anspruch nimmt. Da persönlich hinterher zu sein und helfen und berichten zu wollen umso mehr. Der Tag hat leider nur 24 Stunden und ich bin leider nur ein Mensch.

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