Mindestens 50 Todesopfer bei Anschlag im neuseeländischen Christchurch

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Symbolbild: Moschee (c) Chidioc

Aktualisiert am 17.3.2019

Christchurch, Neuseeland. Am Freitag, den 16.03.2019, sind bei einem Terroranschlag mindestens 50 Menschen in der neuseeländischen 340.000-Einwohner-Hauptstadt Christchurch ermordet worden.

Rechtsradikaler Anschlag auf Hauptstadt-Moschee

Nach Angaben der neuseeländischen Regierung sind alle Opfer Muslime und waren zwischen zwei und 77 Jahren alt.

Der 28-jährige, dringend verdächtige Haupttäter ist während dem Freitagsgebet einer muslimischen Gemeinde mit einer Handfeuerwaffe in die Moschee gelaufen und zielte wahllos auf anwesende Gläubige. Er wurde daraufhin in seinem Auto davon fahrend von einer Polizeistreife gestellt und gefasst.

Die Tat streamte er mit Hilfe einer Helmkamera live auf Facebook. Das etwa 17-minütige Video verbreitete sich sofort viral auf allen sozialen Medien; auch seriöse Nachrichtendienste teilten Videoausschnitte – nur teilweise unter Vornahme von Verpixelungen der sterbenden Opfer – im Rahmen ihrer Berichterstattung.

Bislang gibt es keinen rechtspolitisch orientierten terroristischen Akt, der live gestreamt wurde bzw über den die Öffentlichkeit so detailreich informiert wurde und der so viele Todesopfer forderte.

Täter war kein gelisteter Gefährder

Der mutmaßliche Haupttäter und seine drei mutmaßlichen Unterstützer waren von Behörden nicht als Gefährder, also Personen, denen ein Terroranschlag zugetraut wird, gelistet. Der 28 Jährige ist australischer Staatsbürger und in rechtspolitischen Kreisen aktiv.

Australien ist für seine flüchtlingsfeindliche Haltung bekannt – nach Australien geflüchtete Menschen werden auf abseits gelegene Inseln gebracht und müssen dort unter menschenfeindlichen Bedingungen hausen.

Verschiedene Medien berichten übereinstimmend, dass der Beschuldigte eine normale Kindheit erlebte und nach längeren Reisen durch Asien und Europa das erste Mal den Gedanken hatte, einen Terroranschlag zu begehen.

Neuseeland zieht Konsequenzen

Die neuseeländische Regierung kündigte an, in der Konsequenz des als Terroranschlag eingestuften Vorfalles die inländischen Waffengesetze verschärfen zu wollen.

Der 28-jährige Australier wird in Neuseeland vor Gericht gestellt und sieht einer lebenslangen Freiheitsstrafe entgegen.

Weiterführende Berichterstattung

FAZ vom 17.3.19: Regierungschefin Ardern erhielt vor Attentaten rechtsextremes Manifest

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